Repair Café St.Gallen: Reparieren statt Wegwerfen

Gegenstände zu reparieren, statt wegzuwerfen schont nicht nur das eigene Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. Für viele Menschen ist aufgrund von fehlendem Know-how, das eigenständige Reparieren von defekten Gegenständen unmöglich. Repair Cafés bieten einen einfachen Zugang zu Reparaturdienstleistungen und stellen somit eine Alternative zur wegwerforientierten Konsumgesellschaft dar.

Samuel Passler, Gründungsmitglied des St.Galler Repair Cafés empfängt uns in den Räumlichkeiten im Ulmen5. Vor knapp eineinhalb Jahren sind er und sein Team an Freiwilligen mit ihrer Reparaturwerkstatt dort eingezogen. Aussergewöhnlich, da wie der Name Repair Café vermuten lässt, es keinen Kaffee und Kuchen gibt. Anfangs war das jedoch der Fall. An einem Abend in der Woche traf man sich in wechselnden Kaffeehäusern der Stadt und jeder brachte sein eigenes Werkzeug mit. Samuel erinnert sich noch gut an die Zeit und berichtet: «immer genau das Ersatzteil oder Werkzeug, was man gebraucht hat, war natürlich nicht dabei.» So entstand die Idee einer stationären Reparaturstätte. Im Jahr 2020, konnte das Vorhaben realisiert werden, man zog in Räumlichkeiten des Schulhauses Tschudiwies. Auf Grund von Platzmangel folgte dann der Umzug in das Gemeinschaftsprojekt Ulmen5 in Lachen.

Seitdem können jeden Mittwoch zwischen 19 und 20 Uhr defekte Gegenstände vorbeigebracht werden. Das Ziel von Samuel und seinen Helfern ist es den Menschen zu zeigen, wie sie Ihre Geräte selbst reparieren können. Dazu stellen Sie das benötigte Equipment und fachmännischen Rat zur Verfügung. Nur im Ausnahmefall können Geräte abgegeben und fertig repariert wieder abgeholt werden.

Das sei auch nicht das Konzept des St.Galler Repair Cafés, so Samuel. Er will das die Menschen wieder lernen Sachen eigenständig zu reparieren und nicht direkt entsorgen und Neues anschaffen. Er findet, das funktioniert am besten, wenn man ein Erfolgserlebnis verbuchen kann.

Das Repair Café Team erinnert sich gerne an vergangene Reparaturen. Welche Gegenstände sind bei euch sogenannte «Klassiker»?

«Ganz klar, Kaffeemaschinen! Aber diese werden auch nicht langweilig. Keine gleicht der anderen. Man muss immer wieder neu rausfinden, woran es liegt und wie man das Problem lösen kann.»

Gab es schon Sachen, an denen Ihr gescheitert seid?

«Ja, absolut. Vor allem sehr moderne Geräte ohne die richtigen Unterlagen und Anleitungen sind für uns fast unmöglich zu reparieren. Aber wir geben immer unser Bestes es wenigstens zu versuchen. Manchmal haben wir Erfolg, manchmal leider nicht.» 

Wie entstand die Liebe zum Reparieren bei euch?

«Die meisten haben durch Ihren Beruf das Handwerken erlernt und lieben gelernt. Mit unserem Wissen einen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen zu können ist für uns das Mindeste, was wir tun können. Wir suchen immer fachkundige Verstärkung für das Repair Café St.Gallen, um das Angebot aufrecht halten zu können.»

 

Mehr Informationen zum Repair Café St.Gallen gibt es unter: Repair Café St.Gallen - Start (repaircafe.sg)