Tauschmobil: 4700 Artikel getauscht

Von Ende April bis Anfang Oktober 2025 war das Tauschmobil in der Stadt St.Gallen unterwegs – ein Anhänger, in dem nicht mehr benötigte Gegenstände deponiert und von anderen mitgenommen werden konnten. Nun haben die Stadt St.Gallen und die Klimaschutzorganisation MYBLUEPLANET ihr Gemeinschaftsprojekt ausgewertet.

Das Tauschmobil machte an verschiedenen Stationen in St.Gallen Halt: Im Mai war es bei der Kantonsschule am Burggraben stationiert, von Mitte Juni bis Mitte Juli auf dem Areal Bach, im August im Quartier Lachen und von Mitte September bis Anfang Oktober nochmals auf dem Areal Bach. Im Anhänger konnten Dinge deponiert werden, für die man selbst keine Verwendung mehr hat – Bücher, Kleider, Spielsachen oder Geschirr zum Beispiel. Bis zu 1200 solcher Artikel haben im Tauschmobil Platz und dürfen jeweils kostenlos mitgenommen werden. «So konnten wir Geld sparen, das uns tolle Tagesausflüge ermöglichte», sagt die Besucherin Andrea Weber, «andererseits konnten wir Dinge, die wir zu Hause nicht mehr benötigten, weitergeben.»

Aus dem Keller raus in ein neues Leben

Das Tauschmobil wurde auch zum Treffpunkt. Cécile Enzer, die regelmässig vorbeischaute, sagt: «Es ist ein tolles Projekt, das Leute zusammenbringt. In den Kellern gibt so viel Ware, die niemand mehr nutzt, und die dank dem Tauschmobil ein neues Leben bekommen.» Insgesamt wurde das Tauschmobil an seinen 94 Öffnungstagen in St.Gallen von knapp 1900 Personen besucht, circa 4700 Artikel wurden getauscht.

Workshop und Tauschtag

Die Stadt St.Gallen und die Klimaschutzorganisation MYBLUEPLANET arbeiteten bei diesem Gemeinschaftsprojekt mit Personen und Organisationen aus den jeweiligen Quartieren zusammen, Veranstaltungen ergänzten das Angebot. So führte die Stadt St.Gallen im Lachenquartier einen Workshop zum Thema Kreislaufwirtschaft, Tauschen und Teilen durch. Und auf dem Areal Bach fand der «Swap and Smile Tauschtag» statt.

Ressourcen und Klima schonen

Die Stadt St.Gallen fördert das Tauschen und die Kreislaufwirtschaft im Allgemeinen, weil damit Ressourcen und das Klima geschont werden. Die für die Herstellung von Konsumgütern benötigte Energie verursacht rund 13 Prozent der Klimagasemissionen der Stadt St.Gallen. Die Förderung der Kreislaufwirtschaft im Bereich Konsumgüter ist ein Handlungsfeld des Energiekonzepts 2050 neues Fenster. Zum Projekt Tauschmobil 2025 sagt Projektleiter Thomas Anner von Umwelt und Energie Stadt St.Gallen: «Das Tauschmobil brachte die Themen Kreislaufwirtschaft, Tauschen und Teilen direkt in die Quartiere und wurde rege genutzt. Erste Ideen für selbstorganisierte Tauschangebote in den Quartieren wurden angestossen.»

Text: Tobias Fischer-Künzler, Stadt St.Gallen