So beeinflussen Baumaterialien das Stadtklima
An Hitzetagen wird es in Städten noch heisser als im Umland. Dieser Hitzeinseleffekt hängt eng mit der Bauweise zusammen. Ein neu aufgelegtes Nachschlagewerk des Bundes zeigt Planenden und Bauträgerschaften auf, mit welchen Baumaterialien sich die städtische Umgebung weniger stark erhitzt.
Laut Klimaprognosen werden die durchschnittlichen Sommertemperaturen, die Anzahl Hitzetage sowie extreme Wetterereignisse in der Schweiz bis 2060 stark ansteigen. Die zunehmende Sommerhitze wirkt sich negativ auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bevölkerung aus.
Städte und andere dicht besiedelte Gebiete erwärmen sich stärker als das Umland und kühlen nachts langsamer ab. Dieser sogenannte Hitzeinseleffekt hängt eng mit der Bauweise zusammen und wird durch die Wahl von Materialien und die Gestaltung des Siedlungsraums beeinflusst. Gebäude und andere gebaute Strukturen sind langlebig. Die heute eingesetzten Materialien prägen das städtische Mikroklima über Jahrzehnte hinweg.
Materialien und ihr Einfluss auf die Umgebungstemperatur
Hier setzt die Neuauflage des erstmals 2022 publizierten Materialkatalogs an. Das Nachschlagewerk des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt auf, wie die Wahl von Baumaterialien die Aussentemperatur und damit das städtische Mikroklima beeinflusst. Die zweite Auflage wurde sowohl inhaltlich als auch methodisch aktualisiert und erweitert. Im Katalog werden Materialien für den Aussenbereich verglichen, ihr Einfluss auf die Umgebungstemperatur wird dargestellt. Zu den beschriebenen Materialien gehören Bodenbeläge, Fassaden sowie neu auch Dächer und Begrünungen in trockenem und feuchtem Zustand. Zusätzlich werden weitere wichtige Eigenschaften berücksichtigt, wie die Reflexion der Sonneneinstrahlung, die Lebensdauer der Materialien und bei Bodenbelägen die Versickerungsfähigkeit.
Nachschlagewerk für Neubauten und Sanierungen
Die Neuauflage des Katalogs basiert auf Simulationen der Fachhochschule Nordwestschweiz, die im Auftrag des Bundesamts für Energie sowie des Bundesamts für Wohnungswesen durchgeführt wurden. Mit der verbesserten Simulationssoftware wurden auch die Werte für die in der ersten Auflage bereits enthaltenen Materialien neu berechnet, sodass alle Ergebnisse vergleichbar und auf einem einheitlichen methodischen Stand sind.
Der Materialkatalog dient als zentrales Nachschlagewerk für Neubauten und Sanierungen dar unterstützt Planende und Bauträgerschaften dabei, den Einfluss von Baumaterialien auf die Hitzeentwicklung frühzeitig in ihre Entscheidungs- und Planungsprozesse einzubeziehen.
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